Die Mitgliederversammlung 2026 fand in der Stadthalle Weilburg statt. (Foto: Laura Pioch/HSGB)
Es gab in den letzten Jahrzehnten vermutlich keine Phase, in der Handlungsfähigkeit und Resilienz der kreisangehörigen Kommunen aufgrund einer desolaten finanziellen Situation so stark unter Druck standen wie heute. Die Handlungsfähigkeit der Kommunen war das überlagernde Thema der Mitgliederversammlung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes am 17. September 2026 in Weilburg. Der mitgliederstärkste kommunale Spitzenverband in Hessen besteht in diesem Jahr wie das Land seit 80 Jahren. Zur Versammlung begrüßte Präsident Markus Röder in der Stadthalle über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter allein 233 Vertreterinnen und Vertreter aus den Mitgliedskommunen. Die Versammlung stand unter dem Motto „Handlungsfähige Städte und Gemeinden, einfach.resilient.digital“.
Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch aus Weilburg ist Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes
Dr. Johannes Hanisch (c) Stadt Weilburg
Dr. Johannes Hanisch, Bürgermeister der Stadt Weilburg (CDU), ist neuer Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes e.V.. Der Christdemokrat wurde am 17. September 2026 in der Stadthalle Weilburg im Rahmen der Mitgliederversammlung des kommunalen Spitzenverbandes von den Delegierten turnusgemäß an die Spitze des geschäftsführenden Präsidiums gewählt. Diesem hatte der 42-Jährige bereits seit März 2025 als Erster Vizepräsident angehört. Zuvor hatte er unter anderem dem Hauptausschuss von 2022 bis 2025 als ordentliches Mitglied angehört, von 2023 bis 2024 als dessen Vorsitzender und danach als stellvertretender Vorsitzender. Dr. Johannes Hanisch ist seit 2017 Bürgermeister der Stadt Weilburg. Zu Hanischs Stellvertretern im geschäftsführenden Präsidium wählte die Mitgliederversammlung turnusgemäß Bürgermeister Matthias Baaß (Viernheim, SPD) als Ersten Vizepräsidenten und den bisherigen Präsidenten, Bürgermeister Markus Röder (Hofbieber, parteiunabhängig), als Vizepräsidenten.
Städte und Gemeinden stärken: Einfach, resilient und digital
Starke Städte und Gemeinden sind die Basis der Demokratie – und können besser für Bevölkerung und Wirtschaft da sein. Aktuell sind viele bedeutende Reformen auf dem Weg, die einen Beitrag zur Stärkung der kommunalen Ebene leisten können. Eine dauerhafte Gesundung der desolaten Kommunalfinanzen kann nur mit grundlegenden Änderungen gelingen. Der Hessische Städte- und Gemeindebund hat dazu am 17.09.2026 ein Positionspapier veröffentlicht.
„Kinderbetreuung verlässlich regeln“: HSGB zur Diskussion um Neuregelungen im Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch
Die Städte und Gemeinden sind gesetzlich verantwortlich, dass ausreichend Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung stehen. Dabei haben die Städte und Gemeinden mit eigenen Kitas und Einrichtungen nicht-kommunaler Träger viel erreicht – mehr Kitas, mehr Plätze, mehr Personal. Die Städte und Gemeinden finanzieren diese Aufgabe überwiegend selbst und subventionieren die Plätze. Der Hessische Städte- und Gemeindebund hat zu diesem Thema am 17.09.2026 ein Positionspapier veröffentlicht.
In Hessen ist die Finanzlage der Kommunen besonders schlecht. Nur in Nordrhein-Westfalen ist sie noch schlechter. Aus eigener Kraft können die Kommunen diese Löcher auf absehbare Zeit nicht stopfen. Seit 2022 belaufen sich die Finanzierungsdefizite der hessischen Kommunen (laut Bundesstatistik) zusammen schon auf über sieben Milliarden Euro. Den letzten Finanzierungsüberschuss gab es im Jahr 2021 mit gerade einmal 14 Millionen Euro. Das heißt: Auch wenn schon morgen alle Defizite verschwinden und die Kommunen einen Überschuss wie im Jahr 2021 erzielen würden, wäre eine Dauer von mehr als 500 Jahren notwendig, um die Verluste aus den Jahren 2022 bis 2025 auszugleichen.
Narren erstürmen HSGB-Geschäftsstelle an Weiberfastnacht
Auch in diesem Jahr wird der Hessische Städte- und Gemeindebund in Mühlheim an Weiberfastnacht (Donnerstag, 12. Februar 2026) beim Sturm auf die Geschäftsstelle zum Ziel zahlreicher Narren der Region. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten bestens auf den Narrensturm vorbereitet und blicken dem Tag deshalb furchtlos entgegen“, berichtet HSGB-Geschäftsführer Johannes Heger.