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Digitalisierung: Gesellschaft laut D21-Digital-Index digital affiner und zugleich skeptischer gegenüber Digitalisierung

Mitte Februar 2024 wurde der neue D21-Digital-Index 2023/2024 veröffentlicht, eine jährliche repräsentative Studie der Initiative D21. Die Studie soll aufzeigen, wie digital die deutsche Gesellschaft ist und wie resilient sie für die Zukunft aufgestellt ist. Deutlich wird auch in diesem Jahr: Der Großteil der Menschen in Deutschland nimmt an der digitalen Welt teil und kann ihre Möglichkeiten selbstbestimmt für sich nutzen. Das belegt der diesjährige Digital-Index-Wert von 58 von 100 Punkten (+1 zum Vorjahr).

In diesem Jahr steht der digitale Wandel als Treiber für weitere Transformationsprozesse im Fokus, etwa bei der Wertschöpfung, beim Informations- und Kommunikationsverhalten oder beim ökologischen Wandel. Generative Künstliche Intelligenz hat in Rekordzeit die Massen erobert und findet Einzug in Privat- und Berufsleben sowie Schulen.

Der Digital-Index untergliedert sich in vier Bereiche:

  • Zugang zur digitalen Welt: Wie viele Menschen nutzen das Internet (auch mobil) und wie sind sie mit digitalen Geräten wie Smartphones, Tablets und Co. ausgestattet?
  • Kompetenz: Welche Fähigkeiten besitzt die deutsche Bevölkerung im Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen?
  • Grundeinstellungen: Wie stehen die Menschen der digitalen Transformation gegenüber? Dabei werden persönliche wie auch gesellschaftlich relevante Aspekte betrachtet.
  • Nutzungsverhalten: Wie steht es um Intensität und Vielfalt der Nutzung digitaler Anwendungen?

Als Ergebnisse der Studie lassen sich folgende Eckpunkte festhalten:

  • Digitale Gesellschaft: Die deutsche Gesellschaft wird digitaler – aber steht der Digitalisierung skeptischer gegenüber.
  • Resilienz im digitalen Wandel: Die Fähigkeit, zukünftig mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten, nimmt in fast allen Bevölkerungsgruppen ab.
  • Information und Kommunikation: Schon jeder Dritte nutzt KI-Dienste wie z. B. ChatGPT oder DeepL, doch ein kompetenter Umgang fällt vielen noch schwer.
  • Digitale Wertschöpfung: Nur gut jeder Zweite sieht den eigenen Arbeitgeber im digitalen Wandel gut aufgestellt.
  • Digitaler und grüner Wandel: Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Transparenz und Aufklärung, um in Zukunft nachhaltiger digital zu leben. 

Digitale Transformation durch Anreize gestalten

Gefordert wird ein ganzheitlicher Ansatz zur Förderung digitaler Kompetenzen. Um das Bewusstsein und die Gestaltungskraft der Bürger zu stärken, besteht ein Bedarf an Informationskampagnen. Darüber hinaus wird ein Recht auf Reparatur digitaler Geräte oder auch Prämien und Rabatte für digitales nachhaltiges Verhalten deutlich stärker begrüßt als Maßnahmen, die mit individuellen Kosten verbunden sind. Die Studie zeigt, dass Anreize besser wirken als Verbote oder gar steigende Kosten, wenn man die Bürger motivieren möchte, einen aktiven Beitrag zur digitalen Transformation zu leisten. 

Anmerkung des DStGB

Der Digital-Index macht deutlich, dass die Bevölkerung in Deutschland zwar einerseits digitaler wird und zu weiten Teilen auch neuen Trends, wie etwa sprachbasierter KI, aufgeschlossen gegenübersteht. Andererseits wird deutlich, dass eine vergleichsweise große Zahl der Befragten auch Skepsis gegenüber dem sich sehr rasch vollziehenden technologischen Wandel empfindet. Gerade Menschen mit geringerem Bildungsniveau sind immer weniger in der Lage, sich sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Dieser sich abzeichnenden digitalen Spaltung in der Gesellschaft muss entgegengewirkt werden. Hier sind Politik und Gesellschaft aufgerufen, gerade für die digitalisierungsskeptischen und wenig digitalaffinen Teile der Bevölkerung zielgenaue Angebote zu machen, um ihnen die Teilhabe an der digitalen Welt zu ermöglichen. 

Mehr Informationen finden sich im Netz unter:

Die Studie steht unter d21-digital-index

zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

(DStGB, 23.02.2024)