Überregionale Veranstaltungen

„Die Bibliothek im Zentrum“: Menschen in die Innenstadt zurückholen – mit Bibliotheken als Frequenzbringer

Veranstaltung „Die Bibliothek im Zentrum – Perspektiven für die Innenstadtentwicklung“ am 15. September 2022 (16.00 bis 19.00 Uhr) in der Volkshochschule Offenbach (Berliner Straße 77, Raum 110)

Wie können die nach der Corona-Pandemie unbelebten Innenstadträume wieder mit Menschen gefüllt werden und welche Rolle können Öffentliche Bibliotheken dabei spielen?

Diese Frage wird mit der Veranstaltung „Die Bibliothek im Zentrum – Perspektiven für die Innenstadtentwicklung“ am 15. September 2022 in der Volkshochschule Offenbach (Berliner Straße 77, Raum 110) vielleicht in Teilen beantwortet. Ragna Körby, Stadtplanerin der TU Kaiserslautern, zeigt Potentiale auf, die Bibliotheken für die Stadtentwicklung haben. Ein gelungenes Beispiel ist das Kulturforum Hanau – in ein Einkaufszentrum integriert. In Offenbach werden geeignete Räume derzeit gesucht.

Eine aktive und attraktive Bibliothek hat auch im ländlichen Raum das Potential zum Frequenzbringer. Im Bundesdurchschnitt ziehen Bibliotheken mehr Besucher/innen an als Museen, Theater und sogar Fußballstadien. Mit einem großzügigen Raumangebot und abwechslungsreichen Veranstaltungen auch außerhalb des Bibliotheksgebäudes kann eine Bücherei ein Treffpunkt für die Bevölkerung sein. Passgenaue Angebote für die Bürger/innen vor Ort steigern die Lebenszufriedenheit und festigen bestenfalls sogar die Demokratie, weil ein differenzierteres Meinungsbild entsteht als in den Echokammern des Internets.

Bibliotheken fördern zudem das lebenslange Lernen und die Partizipation.
Sie können Keimzellen der Digitalisierung sein, zum Beispiel mit Makerspace-Angeboten wie 3D-Druckern, Digitalisierungswerkzeugen, VR-Brillen, etc. Sie bringen so Menschen in Kontakt mit Technik, die ihnen ansonsten nicht so leicht zugänglich wäre. Streaming-Angebote für Musik und Film, digitale Ausleihe von eBooks und eAudios über die Onleihe runden das Angebot ab.

Grundvoraussetzung für das Entstehen von günstigen Effekten ist, dass kommunale Träger die wichtige Rolle, die eine entsprechend ausgestattete Bibliothek vor Ort haben kann, verstehen und fördern. Im urbanen Raum wird das mittlerweile in weiten Teilen umgesetzt. Im ländlichen Raum ist die Unterhaltung einer solchen Bibliothek eine mutige Entscheidung – die oft belohnt wird. Die Corona-Pandemie hat neben leeren Kassen und Innenstadt-Verödung weitere Problemlagen verschärft: Desinformation grassiert fast ungehindert in Sozialen Medien. Auch hier sind Fachleute in Bibliotheken die Ansprechpersonen. Medienkompetenz ist ihr Kerngeschäft. Dieses Angebot wird derzeit dringend gebraucht, auch wenn sich der Gewinn, der dadurch für die Bevölkerung entsteht, nicht in Zahlen messen lässt.

Ideal ist die Verknüpfung mit anderen lokalen Akteuren im Kultur- und Bildungsbereich, zum Beispiel Schulen, Volkshochschulen oder Museen. So entstehen Synergie-Effekte, die nachhaltiges Wirtschaften bei knappen Kassen ermöglichen. Es gibt viele Beispiele, wie Bibliotheken mit bereits bestehender Infrastruktur verknüpft werden können.

Ansprechpartner auf dem Weg zum modernen Bibliothekskonzept für alle hessischen kommunalen Bibliotheken sowie deren Träger ist die Hessische Fachstelle[i] mit Sitz in Wiesbaden und einem weiteren Standort in Kassel.
Sie ist eine nachgeordnete Behörde des Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und organisatorisch angegliedert an die Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain in Wiesbaden. Über die Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen ist sie mit den Einrichtungen anderer Bundesländer vernetzt und kooperiert mit anderen Akteuren in Kultur und Bildung. Über aktuelle Trends im Bibliothekswesen ist sie stets gut informiert.

Anmeldungen zum „Die Bibliothek im Zentrum – Perspektiven für die Innenstadtentwicklung“ am 15. September 2022  in Offenbach sind möglich unter: https://www.hessenoebib.de/de/fortbildungen/fortbildungen 

Flyer

[i] http://www.hessenoebib.de